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Ein Erfahrungsbericht aus Gröbenzell. Schutz vor Lärm gegen Verursacher außerhalb des Wohnhauses.

© Richard Taube 2009

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Das Problem: Eine Wohnung im Obergeschoss mit Dachschrägen, die eine gute Wärmedämmung aber Null-Schalldämmung hat.

Dazu dieses - in der Reihenfolge der Lautstärke - vorhandene Umfeld:
Lärmverursacher 1 => Ein Nachbar (R.S.) mit ausgeprägter Tiefton-Vorliebe, aber ohne die eigentlich zu erwartende Rücksichtnahme eines Polizeibeamten.
Lärmverursacher 2 => Auf dem Kirchplatz stattfindende verschiedene “Open-Air-Veranstaltungen” u. a. der politischen Jugendorganisation einer großen christlichen Partei. 
Lärmverursacher 3 => Ein Musiklokal mit sporadischen Liveauftritten verschiedener Band`s.
Lärmverursacher 4 => Im Nachbarort ein großer Volksfestplatz, auf dem unter anderem  auch DJ´s ihre Anlagen “mal so richtig aufdrehen”.

Das akustische Ziel der Beschallung der 4 Lärmverursacher lag genau auf der Wand mit den Schrägen. 
Durch das im Auftrag oder von der Bahn durchgeführte “Entwalden / Abholzen” entlang der S-Bahn-Strecke war die Schallüberbertragung der Lärmverursacher 2 bis 4 noch lauter zu hören.

 

Häufige Antwort bei Gesprächen zu diesem Thema: “Ja mein Gott, die Welt wird eben lauter.”

Dieses Statement war weder hilfreich noch geistreich und beinhaltete nichts Neues.

 

Hilfreicher und geistreicher war da die Sendung der Abenteuer-Wissen-Reihe im ZDF am 29.04.2009. Hier einige Auszüge:

Tiefe Frequenzen
Wie sich tiefe Schallwellen auf den Menschen auswirken


...Das Gefühl ist wohlbekannt: An manchen Orten fühlen wir uns unwohl, obwohl wir rational wissen, dass alles in Ordnung ist. In Tunneln und Unterführungen ist es ohnehin schon dunkel und bedrückend, doch fast immer kommt ein Phänomen verstärkend hinzu: tieffrequente Schallfelder.


Tieffrequenter Lärm

Stadtplaner beobachten solch "verlärmte" Orte schon seit langem. Diplom-Ingenieur Dr. Mattias Trimpop vom Institut für Lärmschutz in Düsseldorf untersucht die besondere Akustik dieser Orte. Tieffrequenter Lärm entsteht, wo sich Schallwellen verstärken und eingeschlossen werden. Unter Brücken, in Tunneln und anderen langsam schwingenden Bauteilen strahlen große Flächen ihre eigenen Vibrationen an die Luft ab. Solche Schallfelder hören wir kaum, weil sie zu tief für unsere Ohren sind und von anderen Geräuschen überlagert werden. Der Mensch hört Schallwellen nur in einem bestimmten Bereich, man spricht vom Hörfeld, also einem Bereich von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Mit dem Alter nimmt die Fähigkeit ab, hohe Töne zu hören.

Unsichtbare Bedrohung

Das Phänomen ist auch von lauter Musik bekannt, die man mit dem ganzen Körper erlebt: Besonders tieffrequenter Schall kann den menschlichen Körper zu Schwingungen anregen. Knie, Handknochen, Ellbogen, Schultern, aber auch Augen oder der gesamte Schädel reagieren auf bestimmte Frequenzen. Den Wissenschaftlern wurde klar, dass die tiefen Töne die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränkten. Viele von ihnen sind dem Problem schon seit Jahren ausgesetzt und sehen sich dieser unsichtbaren Bedrohung völlig hilflos ausgeliefert.

 

Grafik: Der menschliche Körper wird an unterschiedlichen Stellen durch den tieffrequenten Schall angeregt.

Lärm im Alltag

Doch menschengemachter Lärm wird meistens zum Problem. Auch die Rotorblätter von Windkraftanlagen erzeugten tieffrequente Geräusche, die mit herkömmlicher Messtechnik nur schwer nachweisbar waren. Durch bauliche Veränderungen konnten diese Lärmquellen mittlerweile jedoch ausgeschaltet werden. Der tieffrequente Lärm ist im Alltag aber noch an ganz anderen Orten zu finden: zunehmender LKW-Verkehr, Hochöfen, Kompressoren, Kraftwerke, Generatoren, Verbrennungsanlagen entwickeln im Bereich unterer Frequenzen enorme Schalldrücke. Schornsteine wirken wie ein Klangkörper, wenn heiße Luft durch sie hindurchströmt.

Eine so tieffrequente Belärmung wie heute ist in der Menschheitsgeschichte noch nie vorgekommen. Die Wissenschaftler sind sich einig: Wenn diese tiefen Frequenzen über längere Zeiträume auf den Menschen einwirken und dadurch beispielsweise Schlafstörungen ausgelöst werden, so sind die Langzeitfolgen mit Sicherheit gesundheitsgefährdend.
 
Autor: Robert Wiezorek
 

Quelle: zdf-archiv (Lärmschutz=>Ersatzarchiv)

Hilfreicher und geistreicher war da sogar der Bericht in "WELT-ONLINE" vom 20.04.2008. Hier einige Auszüge:

Wenn Musik zu laut ist

“... Nach den Immissionsschutzgesetzen der Länder gelten meist strikte Ruhepflichten in der Zeit zwischen 22 Uhr abends und sieben Uhr morgens. In der übrigen Zeit gehört das Spielen eines Instrumentes oder der Gesang zum normalen Gebrauch einer Mietwohnung. Das Gleiche gilt für Eigentümer innerhalb einer Wohneigentumsgemeinschaft.

Hausordnungen oder Mietverträge können Einschränkungen allerdings zusätzlich regeln, etwa besondere Ruhepflichten um die Mittagszeit, Maximalzeiten oder etwa die Pflicht, auf Zimmerlautstärke zu achten. Eine Klausel indes, die Musizieren ganz verbietet, wäre unwirksam. So urteilte das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen: 15 W 122/80). Ebenso unzulässig ist es, wenn mit ungenauen Klauseln das Musizieren beispielsweise nur in "nicht belästigender Weise und Lautstärke" gestattet sein soll. Eine solche Formulierung erklärte der Bundesgerichtshof bereits vor einigen Jahren für unwirksam, da niemand erkennen könne, wann die zulässige Grenze überschritten werde (Az.: V ZB 11/98).

Wichtig dabei: "Zimmerlautstärke" heißt nicht unbedingt, dass der Nachbar in keinem Fall davon etwas mitbekommt. Etwas "Sound" darf durchaus ankommen. Nach einem Urteil des Landgerichtes Hamburg (Az.: 317 T 48/95) handelt es sich nur dann nicht mehr um Zimmerlautstärke, wenn die Töne von nebenan lauter sind als normale Wohngeräusche und der Nachbar dadurch belästigt wird.”

 

Quelle: welt-online oder =>Ersatzarchiv

 

Leider fehlt in diesem Artikel die Darstellung, was unter “normalen Wohngeräuschen” zu verstehen ist!

Hilfreicher und geistreicher war da der Betrag über tieffrequente Geräusche und deren Wirkungen von Prof. Dr.-Ing. Klaus Genuit aus dem Jahr 2007. Hier einige Auszüge:

"Betroffene berichten häufig von allgemeinem Unwohlsein und Indisposition, wenn sie tieffrequenten Geräuschen ausgesetzt sind. Es ist bekannt, dass die Organe und Gliedmaßen des Menschen spezifische Resonanzen aufweisen, die im Wesentlichen in einem Frequenzbereich von 3 bis 100 Hz liegen. In Folge anhaltender Exposition von tieffrequenten Geräuschen, die zu biomechanischen Schwingungen führen, sind gesundheitliche Wirkungen ... in verschiedenen Studien dokumentiert."

 

Vollständiger Text unter: headacoustics oder hier als pdf:

DAGA_2007_Tiefe_Frequenzen_ge.pdf
PDF-Dokument [264.3 KB]

Lösungsansatz: Wie schaut es eigentlich mit den offiziellen Verordnungen aus?

  Da gibt es die Verordnung über die zeitliche Beschränkung ruhestörender Haus- und Gartenarbeiten und über die Benutzung von Musikinstrumenten, Tonübertragungs- und - wiedergabegeräten.
Das ist die sogenannte Lärmschutzverordnung
Darin der §2: 
Musikinstrumente, Tonwiedergabegeräte

(1) Bei der Benutzung von Musikinstrumenten und von Tonübertragungs- und Tonwiedergabe- geräten außerhalb der in Art. 13 Abs. 1 Nr. 2 Bayerisches Immissionsschutzgesetz genannten Orte ist die Lautstärke so zu gestalten, dass andere nicht erheblich belästigt werden.

(2) In der Zeit zwischen 22:00 und 7:00 Uhr darf die Nachtruhe durch die Benutzung dieser Instrumente nicht gestört werden, es sei denn, dass die Störung auch unter besonderer Berücksichtigung des Schutzes der Nachbarschaft und der Allgemeinheit vor nächtlichen Lärm objektiv als zumutbar anzuerkennen ist.

Das ist viel zu schwammig. 
Was sagt das Bayerisches Immissionsschutzgesetz (BayImSchG) ?
Der Art. 13 betrifft Schallzeichen, Tonübertragung

(1) Es ist verboten,

1.     mit Hilfe von Geräten Schallzeichen zu geben,

2.     Tonübertragungsgeräte oder Tonwiedergabegeräte auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen, in den öffentlichen Anlagen, in der freien Natur oder in einem Freibadegelände zu benutzen,

wenn andere dadurch gestört werden.
 
Das ist ja toll. Aber es brachte nicht wirklich etwas, da in diesem Gesetz weder Dezibel-Angaben noch konkrete Vorgaben enthalten sind. Dazu unten eine Tabelle von Code-Knacker, die mal einen Vergleich ermöglicht.
 

Der erste Schritt: Informationen über Abwehrmaßnahmen einholen.

Auf der Suche nach Hilfe fand sich im Internet die sehr informative  Seite über Baubiologie und Umwelttechnik des
Herrn Jörg Michael Tappeser

Dieser Baubiologe beschäftigt sich seit 1989 mit nahezu allen störenden Einflüssen in Wohnungen und Büros. 
Herr Tappeser teilte auf Anfrage mit, dass niederfrequenter Lärm nur schwer zu dämpfen ist. Der beste Weg sei, die Verminderung direkt am Verursacher, was ständig wiederkehrende Ermahnungen des Nachbarn bedeuten würde und letztlich den Anruf bei der Polizei und eine Anzeige wegen ruhestörendem Lärm. Diese Option hat jeder Mensch, der gezwungen wird, die Musik des Nachbarn mit anzuhören. Ist dieser Weg einmal beschritten, ist es wichtig ihn konsequent zu Ende zu führen, da sonst beim Verursacher der Eindruck entsteht, dass es dem Lärmopfer nicht Ernst damit ist.

Weiterhin - so Herr Tappeser - gäbe es die Möglichkeit in den eigenen vier Wänden eine Minderung zu erreichen. Dazu wäre Platten mit hoher Dichte geeignet. Und er wies darauf hin, dass er gute Erfahrungen hat mit den Produkten von

 

Wolf-Bavaria

 

Wolf Bavaria ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in 91560 Heilsbronn bei  Nürnberg. Wolf Bavaria entwickelt, produziert und vermarktet europaweit innovative Schalldämm-Produkte, Trockenestrich-Systeme,  Fußbodenheizungen mit und ohne integrierter Schalldämmung sowie Schallschutzwände und Schallabsorber. Die Schalldämmplatten werden nach  einem patentierten Verfahren ausschließlich aus ökologischen Materialien hergestellt. Wolf Produkte kommen im privaten, öffentlichen und industriellen Bereich zum Einsatz und wurden 2007 vom Bundesministerium  für Wirtschaft und Technologie mit dem Bundespreis "Für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk" und 2011 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit dem  Bundespreis “PRAXIS ALTBAU - Preis für Produktinnovation” auf der Bau 2011 ausgezeichnet.

 

Das hörte sich sehr gut an. 

 

 

Der zweite Schritt: Konkrete Informationen beschaffen

Bereits der  erste Kontakt war vielversprechend. Der zuständige Mitarbeiter von  Wolf-Bavaria, Herr Schimmer, betrachtete sich das Problem vor Ort. 
Sehr überzeugend. Ganz offensichtlich gehört Kompetenz zu den Prioritäten dieser Firma. 
Es gibt Schalldämmplatten für alle Schutzmaßnahmen. 
Und die Wirkung in dB zeigt dieses Diagramm (mit freundlicher Genehmigung von Wolf-Bavaria)

 

Die Entscheidung fiel auf die Schalldämmplatte PhoneStar - TRI.

Doch zunächst musste eine weitere, nicht minder wichtige Entscheidung getroffen werden.

 

Wer kennt sich mit diesem innovativen neuen Produkt aus?
Wer kann die Lärmschutzplatten so verarbeiten, dass sie ihre Wirkung optimal  erfüllen?
Also begann die Suche nach einem Verarbeiter

 

Der dritte Schritt: Eine Firma, möglichst aus Gröbenzell, die die Arbeiten qualifiziert durchführt.

 

Da diese Schalldämmplatte ein neues innovatives Produkt ist, war die Suche gar nicht so einfach. Zusammen mit der begleitenden Beratung des Wolf-Bavaria-Mitarbeiters Herrn Schimmer, erklärte sich der Firmenchef Herr Lübben bereit, erstmals diese Schallschutzarbeiten durch zu führen.

Telefon:   08142-44 21 791

 

E-Mail:  info@gesund-und-schoen-wohnen.de

Nach Beendigung der Arbeiten war Herr Lübben überrascht von der einfachen Verarbeitung und ist künftig auch in diesem Bereich tätig.

Und hier ein paar Bilder zum Ablauf der Arbeiten.

Zunächst mussten die Gipskartonplatten entfernt und die darunter liegende Lattung geprüft werden. da der Abstand für die Schallschutzplatten nicht stimmte und zudem die Stärke der Latten nicht optimal war, wurde ein Neu-Aufbau erforderlich.
Sehr schön ist hier zu sehen, dass im Bereich des Kniestocks überhaupt keine Dämmung vorhanden ist.

 

Also runter mit dem ungeeigneten Zeug und zunächst eine Dampfsperre und dann vernünftige Latten angebracht. Im Kniestock ist noch immer keine Dämmung vorhanden, aber dieser Mangel bei schrägen Wänden wird behoben, durch die auf der Raumseite anzubringenden Lärmschutzplatten. Sie sollen die lärmenden Musikgeräusche sperren, die dann nicht mehr in den Raum eindringen können.

 

Die Lärmschutzplatten werden so verschraubt, dass die Aufkleberseite in den Raum zeigt. Gut zu erkennen an den vielen Aufklebern.

 

Dann die Gipskartonplatten angeschraubt. Wichtig, dass die Lärmschutzplatten mit den Schrauben nicht ganz durchbohrt werden. Diese werden für das Tapezieren durch Verspachteln vorbereitet.

 

Dann noch die Rauhfasertapeten anbringen.

 

Und schön streichen.

 

Und schon sind die Schallschutzmaßnahmen abgeschlossen. Die Arbeiten haben inclusive Entfernen der alten Tapeten, neu tapezieren und streichen gerade sechs Tage benötigt.
An dieser Stelle ein nachträgliches Danke an die Firma “Gesund und Schön Wohnen” für Ihre gründliche, schnelle und saubere Ausführung der Arbeiten!

 

Die Lärmschutzplatte:

Die PhoneStar Schalldämmplatten bestehen aus rein biologischen Grundmaterialien, sind vollständig recyclebar, belasten die Umwelt nicht und schaffen ein gesundes Wohnklima. Bei einer Aufbauhöhe von nur 15 mm erreichen sie Luftschalldämmungen von Rw=36 dB (gefühlt ca. 85%) und Trittschalldämmungen von Lnw=33 dB (gefühlt ca. 70%). Diese, bei gleicher Aufbauhöhe, bisher nicht erreichten Schalldämmungen sind das Ergebnis eines hoch innovativen und patentierten Konstruktionsverfahrens.

 

PhoneStar TRI

 

Nun wird es spannend:

Die Möbel eingeräumt und die Ruhe genießen.

Ein Blick aus dem Fenster. Hoppla, da fährt ja die S-Bahn vorbei.

Kein näherkommendes Grummeln und kein sich entfernendes Rumpeln?

Das ist ein toller Einstieg.

Aber das ist “nur” ein Zuckerl, der eigentliche Test muss noch kommen.

Und er kam. Ein paar Tage später glaubte der Lärmverursacher Nr. 1 wieder seine Musikanlage testen zu müssen.

Die Bässe dröhnten den Nachbarn in die Wohnung.

Und?

Super! Der Lärmschutz hielt, was versprochen wurde.

Wie angekündigt, war die Schallbrücke neutralisiert. Besonders die entscheidenden Übertragungen durch die Luftvibrationen des unteren geraden Wandstücks (Kniestock genannt) gab es nicht mehr.

Das Ergebnis: Nicht billig, aber wem seine Ruhe wichtig ist: Unbedingt empfehlenswert!

(c) 2011 Richard Taube

 

Ein wichtiger Tipp:

 

Niemand muss sich die gesundheitliche Belastung durch den Lärm der anderen Menschen gefallen lassen!

Neben dem Zusammenschluss von Nachbarn z. B. unter dem Namen “Rücksichtnahme in der Nachbarschaft” gibt es den 

Weg 1: zur Polizei und den
 
Weg 2: zum Rechtsanwalt.

Und nicht vergessen: Der Lärmverursacher ist derjenige, der die Ruhe und den Frieden in der Nachbarschaft stört.


Es ist nicht derjenige, der darunter leidet !

 

 

Rund um das Thema unzulässiger Lärm interessiert auch der §117 des OwiG

(1) Ordnungswidrig handelt, wer ohne berechtigten Anlass oder in einem unzulässigen oder nach den Umständen vermeidbaren Ausmaß Lärm erregt,  der geeignet ist, die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft erheblich zu  belästigen oder die Gesundheit eines anderen zu schädigen.

(2)  Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro  geahndet werden, wenn die Handlung nicht nach anderen Vorschriften  geahndet werden kann.

Ferner ist die Nachtruhe nach § 9 LImschG  geschützt. Nach § 9 Abs. 1 LImschG sind in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr Betätigungen verboten, welche die Nachtruhe zu stören geeignet sind.

In der übrigen Zeit dürfen Geräte, die der Schallerzeugung dienen (z.B. Stereoanlage, Klavier, Schlagzeug etc.) nur in einer solchen Lautstärke benutzt werden, dass unbeteiligte Dritte nicht erheblich belästigt werden (vgl. § 10 Abs.1 LImschG).

Bei nachbarlichen “Lärmstreitigkeiten" ist ferner das Gebot der nachbarlichen Rücksichtsnahme zu beachten. So unterliegt zum Beispiel die Musikausübung im Haus, sei es durch das  Spielen eigener Instrumente, sei es durch das Abspielen von Tonträgern, dem Gebot der nachbarlichen Rücksichtnahme. Daraus kann sich ergeben,  dass zeitliche Beschränkungen in Bezug auf die Dauer und die Tageszeit  der Musikausübung entstehen (so auch LG Nürnberg-Fürth, Az.: 13 S  5296/90, Urteil vom 17.09.1991 und AG Rheinberg, Az.: 5 C 199/89, Urteil vom 18.01.1990).

 

Obwohl Dezibel-Werte im  Zusammenhang mit dem Begriff der Zimmerlautstärke kaum weiterhelfen, hat ersichtlich ein Gericht diesen Zusammenhang hergestellt. Lautstärken,  die einen Wert von 40 dB tagsüber bzw. 30 dB nachts überschreiten,  stellen grundsätzlich eine Überschreitung der Zimmerlautstärke dar. Dies kann jedoch auch für Geräusche unterhalb dieses Pegels gelten, wenn sie nach dem Empfinden eines Durchschnittsmenschen wegen ihrer  physiologischen oder psychologischen Wirkung als störend empfunden  werden. Von dieser Grundregel kann nur in Ausnahmesituationen abgewichen werden (etwa bei Familienfesten wie Geburtstag, Hochzeit usw. oder traditionellen Festen wie Silvester). LG Kleve, DWW 1992, 26

 

Mehr Informationen über die Rechte gegen die Lärmverursacher z. B. unter:  Online-Rechtsberatung

Geräuschquellen in üblicher Hörentfernung und mögliche gesundheitliche Auswirkungen

     0    Hörschwelle.
  10     Blätterrauschen, normales Atmen.
  20     Flüstern, ruhiges Zimmer, Rundfunkstudio, ruhiger Garten.
  25     Grenzwert für gewerblichen Arbeitslärm in der Nacht.
  30     Nebenstraßengeräusche. Kühlschrankbrummen.
  
35     Obere zulässige Grenze der Nachtgeräusche in Wohngebieten.
  40     Leise Unterhaltung. Schlafstörungen treten auf. Lern- und Konzentrationsstörungen möglich.
  
45     Obere zulässige Grenze der Tagesgeräusche in Wohngebieten.
  50     Normale Unterhaltung, Zimmerlautstärke, Geschirrspüler.
  60     Stressgrenze. Laute Unterhaltung. Walkman, MP3-Player (mit Pegelbegrenzung).
 
 65     Beginn der Schädigung des vegetativen Nervensystems.
           Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.         

  70     Bürolärm, Haushaltslärm.
  75     Fahrradglocke (genormte Mindestlautstärke)
  80     Starker Straßenlärm, Staubsauger, Schreien, Kinderlärm.
  80     Grenzwert für ohrnahes Spielzeug nach DIN EN71-1.
  
85     Gehörschutz im gewerblichen Arbeitsbereich vorgeschrieben.

 

Allgemein gilt ein Schallpegel von 85 - 90 dB(A), dem jemand über einen Zeitraum von mehreren Jahren ausgesetzt ist als Auslösepegel für Lärmschwerhörigkeit-. Haartrockner.
  Zum Schutz vor Hörschäden sollen ab 1.1.2012 die Lautstärkepegel der über Kopfhörer betriebenen Musikabspielgeräte auf 85 dB(A) begrenzt werden. Kurzzeitige Überschreitungen bis zu 100 dB(A) sind möglich, sofern ein Warnhinweis in regelmäßigen Abständen auf die mögliche Hörschädigung hinweist.

  88     Umweltfreundliche Rasenmäher (Info: In Wohngebieten dürfen Gartengeräte entsprechend der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung nur werktags in der Zeit von 7 Uhr bis 20 Uhr betrieben werden - in einigen Gemeinden dürfen leise Rasenmäher unter 88 db(A) auch bis 22 Uhr betrieben werden.
Ausnahme: Laubbläser, Laubsammler, Heckenscheren, Freischneider, Grastrimmer/Graskantenschneider nur von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr, sofern diese nicht das EU-Umweltzeichen tragen.

 

  90     Autohupen, LKW-Fahrgeräusch, Schnarchgeräusch.
  95     Empfohlene Pegelbegrenzung zum Schutz vor Gehörschäden in Diskotheken, bei Musikveranstaltungen und bei Geräten mit Ohrhörern (AVLS =automatic volume limiting system - automatische Lautstärkebegrenzung)  zwecks  Haftungsbegrenzung im Schadensfall.
100    Motorrad, Kreissäge, Presslufthammer, Diskomusik, Oktoberfestzelt 90 bis 105 dB(A).
           Schalldruckpegelbegrenzung bei Kopfhörern nach DIN EN 50332.
110    Schnellzug in geringer Entfernung, Walkman, MP3-Player, Rockkonzert.
115    Kinderspielzeug in Ohrnähe (z.B. Rasseln, elektronische Geräuscheffekte)
120    Flugzeug in geringer Entfernung, Schreirekord, Techno-Disko, Vuvuzela (südafrikanische Tröte),
           Schiedsrichter-Pfeife direkt am Ohr [120 - 130 db(A)] und in 25 cm Entfernung [108 db(A)].
130    Schmerzschwelle - Gehörschädigung - Tinnitus
           Düsenflugzeug in geringer Entfernung, Sirene in 20 m Entfernung. Druckluftbetriebene Power-Fanfare 
135    Luftgewehr in Ohrnähe.
140    Gewehrschuss in Ohrnähe, Raketenstart. EU-Grenzwert zum Schutz vor Gehörschäden.
150    Die akustische Waffe LRAD. Luftgewehr in Ohrnähe. Taubheit bei längerer Einwirkung.
160    Geschützknall  -Trommelfell kann platzen-. Knall bei einer Airbag-Entfaltung.
170    Bundeswehrgewehr G 3 in Ohrnähe 168 dB(A), Pistole P1 171 dB(A)

 

               (Quelle: Das Gutachten des Hals-Nasen-Ohren-Arztes, Harald Feldmann, Georg Thieme Verlag, 2006)

170    Ohrfeige aufs Ohr.
180    Knall einer Kinderspielzeugpistole in Ohrnähe.
190    Innere Verletzungen, Hautverbrennungen, Tod wahrscheinlich.
194    Höchstmöglicher Schalldruck, der nicht überschritten werden kann, da der Atmosphärendruck von 1 bar erreicht wird.

 

Quelle: CODE-Knacker

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